3. Kapitel

Im April 2005 hatte Andi Schumacher von Eagle Feather Trading in Rüti einen Workshop für traditionellen Bogenbau ausgeschrieben. Mein Bruder James - lone wolf und ich entschlossen uns an dem Workshop teilzunehmen. In drei schweisstreibenden Tagen erlernten wir bei mühseliger Handarbeit die Kunst des traditionellen Bogenbaus, wobei ich aus einem Akazien-Spalt meinen ersten "flatbow" baute. Kurze Zeit darauf lernte ich Harry Eichenberger kennen und erhielt die Gelegenheit den Bogen bei ihm in Knonau auszuprobieren und einzuschiessen. Als ehemaliger Betreuer des schweizer Bogenschützen-Kaders gab mir Harry wertvolle Tips und Hinweise zum Langbogen-Schiessen.Das war der Auslöser zu meiner Leidenschaft zum Bogenschiessen. Der mentale Aspekt, die Konzentration und letztlich der Erfolg, wenn man dem Pfeil nachschaut wie er ins Ziel schiesst, faszinierten mich dermassen, dass ich ca. zwei Wochen später bei Andy's Eagle Feather Trading einen laminierten Langbogen erstand. Vier Wochen danach nahm ich an meinem ersten 3D-Jagdturnier teil und wurde auf Anhieb fünfter.In den folgenden Jahren nahm ich regelmässig an weiteren Turnieren teil und verfeinerte meine Schiesstechnik und Fertigkeit im jagdlichen Bogenschiessen.

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Ein neues Kapitel auf meinem spirituellen Weg begann im Herbst 2005. Damals nahm ich an einem Workshop von Roger Spiess im Indian Land Museum in Gossau teil. Das Thema war Zauberer, Hexen und Schamanen. 

Das Zusammentreffen mit Roger Spiess war bestimmt einzigartig; wir wechselten an diesem Abend kein einziges Wort und doch waren durch Blicke alle Fragen beantwortet. Es war der Beginn einer Seelenverwandtschaft.

Roger war damals bereits seit 14 Jahren schamanisch tätig und eignete sich sein Wissen bei den unterschiedlichsten Kulturen an. So besuchte er mongolische, indianische, afrikanische, australische und südamerikanische Ureinwohner, um deren Praktiken und Rituale zu erlernen.Ich besuchte mit meiner Regenbogenfrau Isabella noch etliche Workshops, mit den Inhalten: Traumreise, Seelenrückholung, schamanische Heilsitzung und schamanisches Trommeln. Gemeinsam vertieften wir unsere Fähigkeiten im spirituellen Wirken und Handeln, was unsere Lebenseinstellung stark beeinflusste.

Nach und nach bildete sich aus verschiedenen Workshop-Teilnehmern eine Trommelgruppe, in der wir das Erlernte und Erfahrene, in regelmässigen Treffen umsetzten und vertieften.

Der Alltag zeigte mir, dass viele Menschen das Bedürfnis haben, ihre Spiritualität zu fördern und zu leben.

Mein Ziel ist es, der Aufbau eines Trommelkreises im Knonaueramt und damit mein Wissen weiterzugeben.

Anfangs Jahr 2006 wuchs in mir das Bedürfnis die Bogenjäger - Prüfung zu machen. In erster Linie, um im Bogenschiessen etwas neues dazu zu lernen und den Aspekt des Jagens mit Pfeil und Bogen in Bezug auf mich zu erforschen. Zu diesem Zwecke kaufte ich bei Harry einen High-Tech Bogen. Der sogenannte Compound-Bogen verfügt über eine Visierung und gewährte mir die Möglichkeit noch genauer zu treffen.

Diese Herausforderung wahrnehmend, eignete ich mir in den nächsten fünf Monaten das Wissen und die Praxis des Bogenjägers an. Von Tierkunde über Wald- und Flurkunde bis hin zur Schiesstechnik, aber auch das waidmännische Verhalten wurde gebüffelt. Am 26. - 28. Mai 2006 war es dann soweit.

In Braunwald wurden wir in Fachkunde, Präzisionsschiessen und jagdlicher Schiesspraxis geprüft. Es waren drei sehr intensive und nervenraubende Tage, aber ich gab alles, und habe die Prüfung bestanden - mit null Fehlern.

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Seit der Bogenjäger-Prüfung im Mai 2006 drängten mich meine Bogenjäger-Kollegen immer wieder, an einer Bogenjagd teilzunehmen.

Eigentlich hatte ich nach der Bogenjäger-Prüfung nie das Verlangen zu jagen, da ich mir nicht vorstellen konnte auf ein Lebewesen zu schiessen. Andererseits war es für mich eine Herausforderung, herauszufinden, wie ich zum "Urinstinkt" des Jagens stehe.

So nahm ich am 21. - 26. Oktober 2007 an der Bogenjagd im Valfanjouse in Frankreich teil.

Es waren Erlebnisse die nicht einfach zu beschreiben sind. - Etwa die Situation, bei der ich mit gespanntem Bogen, das Wild im Visier, so lange wartete, bis mir ein Baum im Weg war. Es sollte nicht sein. Allein schon, das Wild in freier Natur zu beobachten, weitab jeglicher Zivilisation war ein Erlebnis, das das Herz jubeln lässt.

Mitte der Jagdwoche ging ich mit Harry auf die Pirsch. Wir verfolgten während etwa zweieinhalb Stunden eine Rotte Wildsauen, die durch das Dickicht streifte. Als wir die Wildsauen dann endlich zu Gesicht bekamen, die Distanz stimmte, der Bogen gespannt war, da war er... der Jäger in mir.

Ich erlegte mein erstes Wild. Ich glaube, es war einer der bewegensten Momente in meinem Leben als ich für die eben von mir erlegte Bache sang, mich bedankte und ihr Tabak opferte. Ich habe Frieden mit dem Tier gefunden.

Wenn ich auf diese Jagdwoche zurückblicke, war es für mich ein Stück Lebenserfahrung, die mich geprägt hat.

Auf Juni 2008 wurde mir meine Werkstatt im Affoltern am Albis gekündigt.

Einerseits brauchte ich nun einen Platz um meine Harley einzustellen, andererseits benötigte ich Lagerraum. Ich bin schliesslich "Jäger und Sammler".

Im April 2008 erhielt ich die Möglichkeit in den Räumlichkeiten der Gross Bürotechnik an der alten Obfelderstrasse 68 in Affoltern am Albis, einen Raum zu mieten, der alle meine Bedürfnisse in dieser Hinsicht erfüllte.So richtete ich in erster Linie mein neues Atelier ein, mein Moped hatte nun auch einen Platz und selbst für ein kleines Lager war Raum vorhanden.

Das Atelier bietet mir die Möglichkeit kreativ zu arbeiten, meine Werke auch auszustellen, Workshops wie z.B. Traumfängerkurse und Trommelkreise abzuhalten und Platz für einen 10 Meter Bogen-Schiesskanal, um reparierte oder getunte Pfeilbögen einzuschiessen.

Da rund um meine Tätigkeit mit dem indianischen Kunsthandwerk alles im Umbruch stand, machte ich gleich Nägel mit Köpfen und kreierte auch eine neue Homepage mit neuem Namen - www.bearpaw.ch.

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George - spotted bear / August 2008

 

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