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1. Kapitel

Welcher Junge hat nicht "Indianer" gespielt?Auch mich faszinierten seit Kindsbeinen die Indianer.Ob als 7 jähriger, in der Schneiderei meines Grossvaters, als ich für meinen Teddybären ein Indianeroutfit, später für mich aus Abfallstoff Mokassins geschneidert habe. Oder später als ich Nächte lang über Karl-May Bücher herfiel, das Thema hat mich immer irgendwie beschäftigt.

 

Mein erstes wirkliches Erlebnis war im "Indian Summer" 1988 in Kanada. Ich war gerade 30 geworden und war bei Freunden in Quebec-City eingeladen. Laurent, mein Gastgeber, hatte die grösste Harley-Davidson Vertretung in Kanada. Diese "Eisenhaufen" sind auch eine meiner Leidenschaften und so half ich Laurent ab und zu in der Werkstatt.Eines Tages sollten wir eine Harley ausliefern. Wir fuhren aus Quebec raus, etwa eine Stunde durch die Wälder bis wir endlich vor einer Blockhütte hielten. Sie gehörte "Bob Elk". Wir wurden vorgestellt und Bob bat uns ins Haus. Bob Elk war ein Chipewyan und lebte hier in den Wäldern mit seiner weissen Frau und seinen zwei Kindern, weitab von seinen Stammesangehörigen. Er erzählte mir, dass es schon lange sein Wunsch gewesen sei eines Tages eine Harley-Davidson zu besitzen. So wollte er den Moment auch entsprechend zelebrieren und lud Laurent und mich ein, das "Kalumet" zu rauchen. - Diesen Abend werde ich bestimmt nie vergessen und er war sicher prägend für mein zukünftiges spirituelles Denken.

Die Woche darauf besuchten wir ein "Montagnais" Dorf in der Nähe von Chicoutimi; - die Kehrseite der Faszination: Alkoholismus, Armut, Machtlosigkeit. Doch möchte ich diese Erfahrung nicht missen, dadurch verstehe ich heute den Stand der "Eingeborenen" viel besser.

 

1993 war ich zu Besuch bei meinem Bruder in Los Angeles. Dort lernte ich "Big Bear" kennen. Einen "Navajo", der indianisches Handwerk verkaufte. Das ist es, sagte ich mir, ich bring meiner Freundin ein Armband und ein Halsband mit nach Hause. Doch nichts mit Turquise war zu haben. Big Bear meinte ich solle in zwei Tagen wiederkommen er wolle etwas anfertigen. - So übergab er mir zwei Tage später einen wunderschönen Turquiseschmuck, legte noch zwei Adlerfedern dazu und meinte: "Sie sollen dir Glück bringen auf deinem Weg".

 

Inspiriert von diesem Arm- und Halsschmuck, informierte ich mich später, als ich wieder zu Hause war über das wie, was und woher dieser Rohmaterialien und deren Bezugsquellen. Wie der Zufall es wollte, bot mir eine Bekannte in unserer Biker-Clique ihr gesamtes Lager, vom Röhrenknochen über Glasperlen bis zur Sehne zum Kauf an.

Ich erlernte das Handwerk zum Teil aus Fachbüchern und von "Carol", einer Nachkommin der "Cherokee" die in unserem Bezirk lebt, von der ich hauptsächlich die Herstellung des Traumfängers lernte.

 

Von nun an handelte ich hobbymässig mit meinen Armbändern, Halsbändern und Schlüsselanhängern. Traumfänger hingegen schuf ich ausschliesslich als persönliche Geschenke, denn ich scheute mich den "Spirit" zu verkaufen.

 

Im Sommer 1999 traf ich in unserem Stammlokal einen Mann der auf seltsame Weise meine Aufmerksamkeit weckte. Wir führten nächtelange Gespräche und er erzählte mir seinen "Weg".

"James", ist Cherokee, wuchs in North-Carolina und Texas auf, wo er die Ausbildung in den Marine-Corps absolvierte und später in Chemie, Physik und Mathematik doktorierte. Sein Grossvater war Cherokee-Schamane, was James spirituell sehr stark prägte. 1992 kam James zum ersten Mal in die Schweiz und heiratete seine "Regenbogenfrau" Astrid. Nach mehrmaligem Wohnortwechsel : USA - Schweiz - Deutschland - USA, liessen sie sich zu guter Letzt im Frühling 1999 in Affoltern a/A nieder.

 

Am 2.6.2000, zu James's 60. Geburtstag, schenkte ich ihm einen Traumfänger, der bei James das auslöste was uns heute verbindet : wir sind Brüder!

 

James lehrte mich das indianische Gedankengut mit der heutigen Zeit zu verbinden und in Respekt mit der Natur zu leben. Er führte mir vor Augen was ich den Menschen durch einen "persönlichen" Traumfänger mitgeben kann, selbst wenn ich dafür Geld nehme, denn seine Grossmutter bekam damals ebenfalls Geschenke dafür, und das sei gut so.

 

Deshalb ist es für mich wichtig, jeden Menschen der bei mir einen Traumfänger bestellt, kennen zu lernen, oder zumindest mit ihm zu sprechen. Denn nur so wird es ein "persönlicher" Traumfänger.

 

Nach vierzehn Jahren "wilder" Ehe, beschlossen meine "Regenbogenfrau" Isabella und ich, zu heiraten. Für uns stand fest, es sollte der schönste Tag in unserem Leben sein. So gaben wir uns am 6.6.2002 standesamtlich das Jawort.

Die eigentliche Hochzeitsfeier fand am 8.6.2002 statt, im Wald, unter freiem Himmel, im Kreise unserer Familie und engsten Freunden.

Gisula, die "Seelsorgerin unterwegs" führte in die Zeremonie ein, indem sie allen Anwesenden die Bedeutung des Kreises näherbrachte. Dann führte sie uns durch die vier Elemente (Erde, Wasser, Luft und Feuer) und schliesslich übergab sie uns meinem "Bruder" James. Er traute uns nach indianischem Brauch mit einer selbstgewobenen Perlenschärpe (13'000 Webperlen) die er um unsere Handgelenke legte, dazu ein selbstverfasstes indianisches Gebet sprach und uns danach hinaus in die Welt sandte. - Es wurde der schönste Tag in unserem Leben.

 

Zu Weihnachten 2002 schenkte mir meine "Regenbogenfrau" eine eigene Homepage, welche ich dazu nutzen möchte meine Verbundenheit, Gedanken und Respekt zur indianischen Kultur weiterzugeben.

 

 

                                                                                                                  George - spotted bear / Januar 2003

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